Eurowings ist eine der bekanntesten Fluggesellschaften Deutschlands und der wichtigste Ferienflieger im Lufthansa-Konzern. Wem die Airline gehört, wie sie wirtschaftlich dasteht und was sich in den letzten Jahren verändert hat, beantwortet dieser Artikel zum Stand April 2026.
Die Eigentumsfrage bei Eurowings ist eindeutig: Die Fluggesellschaft ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG. Alle Anteile liegen beim Mutterkonzern, der mit Sitz in Köln und Frankfurt zu den größten Airline-Gruppen der Welt gehört.
Innerhalb der Lufthansa Group ist Eurowings das Geschäftsfeld für den sogenannten Punkt-zu-Punkt-Verkehr, also Direktflüge ohne Hub-Umstieg. Zum gleichen Geschäftsfeld gehört auch die 50-prozentige Beteiligung an SunExpress, einem Joint Venture mit Turkish Airlines. Eurowings operiert dabei unter zwei Marken: Eurowings Deutschland (Flüge ab deutschen Flughäfen) und Eurowings Europe (paneuropäische Strecken ab Basen in Palma de Mallorca, Salzburg, Graz, Prag und Stockholm).
| Struktur | Details |
|---|---|
| Eigentümer | Deutsche Lufthansa AG (100 Prozent) |
| Konzernzugehörigkeit | Lufthansa Group (neben Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways) |
| Hauptsitz | Köln/Bonn (Flughafen) |
| Positionierung | Value-Airline, Europas größte Ferienfluggesellschaft |
| Beteiligung SunExpress | 50 Prozent (Joint Venture mit Turkish Airlines) |
Seit dem 1. Februar 2026 ist Max Kownatzki CEO von Eurowings. Er folgt auf Jens Bischof, der die Airline von März 2020 bis Ende 2025 geleitet und in dieser Zeit einen bemerkenswerten Turnaround vollzogen hatte. Bischof schied nach mehr als fünf Jahren an der Spitze von Eurowings und insgesamt über 35 Jahren innerhalb der Lufthansa Group aus dem Unternehmen aus.
Kownatzki ist dem Unternehmen kein Unbekannter. Bereits 2015 war er Mitgründer und Chief Commercial Officer von Eurowings Europe und verantwortete später als Senior Vice President die Geschäftsentwicklung von Eurowings. Zuletzt führte er sechs Jahre lang SunExpress, das Joint Venture von Lufthansa Group und Turkish Airlines, als CEO. Dort verdoppelte er die Flotte auf über 85 Flugzeuge und erzielte Rekordergebnisse. Kownatzki besitzt die deutsche und amerikanische Staatsangehörigkeit, promovierte an der Universität St. Gallen und verfügt über eine kommerzielle Pilotenlizenz.
Eurowings hat sich nach der Corona-Krise zu einer der profitabelsten Einheiten der Lufthansa Group entwickelt. Die wichtigsten Zahlen der letzten Jahre im Vergleich:
| Kennzahl | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Passagiere | 23,7 Mio. | ca. 23 Mio. |
| Umsatz | nicht separat ausgewiesen | ca. 2,9 Mrd. Euro (+11%) |
| Adjusted EBIT (inkl. SunExpress) | 132 Mio. Euro | 203 Mio. Euro |
| Mitarbeitende | ca. 5.500 | 5.300 |
| Flüge 2025 | 170.000 | nicht separat ausgewiesen |
| Pünktlichkeit 2025 | 72 Prozent | nicht separat ausgewiesen |
Das operative Ergebnis 2025 lag mit 132 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahr (203 Millionen Euro), was unter anderem auf höhere Standortkosten, steigende Steuern und Gebühren sowie einen gesunkenen SunExpress-Beitrag zurückzuführen ist. Trotzdem blieb Eurowings profitabel und zählt weiterhin zu den stärksten Teilbereichen der Lufthansa Group.
Eurowings wurde am 1. Februar 1993 durch die Fusion der NFD Luftverkehrs AG (Nürnberger Flugdienst) und der RFG Regionalflug GmbH aus Dortmund gegründet. Der Betrieb startete offiziell am 1. Januar 1994. Ziel war es, im liberalisierten europäischen Luftraum eine wettbewerbsfähige Regionalfluggesellschaft zu betreiben.
Ab 2001 stieg die Lufthansa Group schrittweise ein, zunächst mit 24,9 Prozent, dann sukzessive mehr. 2002 erschien die Tochtermarke Germanwings als eigenständiger Low-Cost-Carrier, der von Eurowings betrieben wurde. 2009 wurde Eurowings vollständig von Lufthansa übernommen. Germanwings wurde in den Folgejahren schrittweise in Eurowings integriert, bis die Marke 2020 endgültig eingestellt wurde.
Unter CEO Jens Bischof (ab März 2020) vollzog Eurowings trotz der Corona-Pandemie einen tiefgreifenden Umbau: schlanke Flotte, klare Kostenstruktur, Fokus auf touristische Strecken. Das Ergebnis: Eine rentable Airline, die 2025 von Skytrax zur besten Low-Cost-Airline Europas gekürt wurde.
Eurowings positioniert sich nicht als Ultra-Low-Cost-Carrier wie Ryanair, sondern als sogenannte Value-Airline. Das bedeutet: günstige Tickets kombiniert mit einem gewissen Serviceversprechen wie Sitzplatzwahl, Flex-Tarifen und einem wachsenden Digitalangebot. Mit mehr als 150 Direktzielen in Europa und 13 internationalen Basen ist Eurowings einer der größten Ferienflieger des Kontinents.
Parallel zum Fluggeschäft baut Eurowings den Reiseveranstalter Eurowings Holidays gezielt aus. Das 2024 neu gegründete Unternehmen bietet Reisen in über 60 Länder mit Zugang zu rund 16.000 Hotels an. Ziel ist es, unter den zehn größten Reiseveranstalter-Marken Deutschlands zu werden.
Für den neuen CEO Kownatzki liegt die Priorität auf der Verteidigung der Marktführerschaft an deutschen Sekundärflughäfen wie Köln/Bonn, Düsseldorf und Hamburg sowie der Expansion in Richtung Osteuropa und Kaukasus. Dazu kommen weitere Codeshare-Partnerschaften, etwa mit Aegean Airlines, die seit September 2024 besteht und Reisenden mehr Verbindungen in die Mittelmeerregion bietet.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1993 | Gründung durch Fusion von NFD und RFG |
| 2001 | Lufthansa erwirbt 24,9 Prozent der Anteile |
| 2004 | Lufthansa erhöht Anteil auf 49 Prozent |
| 2009 | Lufthansa wird alleiniger Eigentümer (100 Prozent) |
| 2020 | Germanwings eingestellt, Jens Bischof übernimmt als CEO, Turnaround-Kurs |
| 2024 | 23 Mio. Passagiere, 2,9 Mrd. Euro Umsatz; Codeshare mit Aegean Airlines |
| Februar 2026 | Max Kownatzki wird neuer CEO, löst Jens Bischof ab |
Bildquelle: newscloud.eurowings.com