Wem gehört Adidas? Eigentümer, Aktionäre und die Geschichte der Dassler-Familie

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  • vor 2 Wochen
  • Letztes Update: März 2026

Verfasst von Redaktion (blR)

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Adidas ist eine der bekanntesten Sportmarken der Welt. Was viele nicht wissen: Die Dassler-Familie, die das Unternehmen 1949 gründete, spielt heute keine Rolle mehr als Eigentümer. Die Adidas AG ist vollständig an der Börse notiert, kein Einzelaktionär kontrolliert den Konzern. Stattdessen halten große institutionelle Investoren aus aller Welt die Anteile.

Die Eigentümerstruktur der Adidas AG

Adidas ist im deutschen Leitindex DAX gelistet und wird an der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Kürzel ADS gehandelt. Der Freefloat liegt bei über 92 Prozent. Das bedeutet: Der überwiegende Teil der Aktien ist frei auf dem Markt handelbar. Kein Einzelaktionär hat eine beherrschende Mehrheit.

Aktionär Anteil (ca.) Typ
Amundi Asset Management 5,11 % Institutionell (Frankreich)
Norges Bank Investment Management 4,93 % Staatsfonds (Norwegen)
Groupe Bruxelles Lambert 3,51 % Beteiligungsgesellschaft (Belgien)
Vanguard Group 3,48 % Institutionell (USA)
Nassef Sawiris 3,34 % Privatinvestor (Ägypten)
Flossbach von Storch 3,07 % Institutionell (Deutschland)
Freefloat (Streubesitz) über 92 % Privatanleger und Fonds

Die Zahlen zeigen: Adidas hat keine dominante Einzelperson oder Familie als Eigentümer. Das Unternehmen gehört de facto seinen Aktionären weltweit. Vorstandsvorsitzender ist seit 2023 der Norwäer Bjørn Gulden, der das Unternehmen nach einer schwierigen Phase mit dem Yeezy-Kollaps erfolgreich stabilisiert hat.

💡 Gut zu wissen: Adidas ist nicht in Familienhand. Die Gründerfamilie Dassler ist seit Anfang der 1990er Jahre aus dem Unternehmen ausgestiegen. Seit dem Börsengang 1995 kontrolliert kein Einzelaktionär das Unternehmen. Ein Vergleich mit BMW oder Porsche zeigt, wie anders die Eigentümerstruktur dort aussieht.

Die Geschichte: Wie aus der Waschküche ein Weltkonzern wurde

Die Geschichte von Adidas beginnt in Herzogenaurach. Die Brüder Adolf und Rudolf Dassler fertigten dort ab 1920 Sportschuhe, zunächst in der Waschküche ihrer Mutter. 1924 trugen sie die Firma als Gebrüder Dassler Schuhfabrik in das Handelsregister ein. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin trugen Athleten ihre Schuhe auf dem Siegerpodest. Ihr Ruf wuchs rasant.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum tiefen Bruch zwischen den Brüdern. Rudolf verließ das Unternehmen und gründete 1948 Puma. Adolf, den alle nur Adi nannten, führte den Betrieb weiter und gründete am 18. August 1949 offiziell die Adidas AG. Der Name ist eine Kurzform aus seinem Spitznamen Adi und dem Familiennamen Dassler.

Adi Dassler starb 1978, seine Frau Käthe übernahm die Leitung. Nach ihrem Tod 1985 führte Sohn Horst das Unternehmen, bis er 1987 ebenfalls starb. Die zerstrittenen Erben verkauften ihre Anteile 1990 an den französischen Unternehmer Bernard Tapie. Das Unternehmen geriet in finanzielle Schwierigkeiten, bis Robert Louis-Dreyfus die Kontrolle übernahm und Adidas 1995 an die Börse brachte. Seit 1998 ist Adidas Mitglied im DAX.

Die Yeezy-Krise und die Rückkehr des Wachstums

Das jüngste Kapitel der Adidas-Geschichte begann 2022 mit einer schweren Krise. Das Unternehmen trennte sich nach jahrelanger lukrativer Partnerschaft übersturz von Rapper Kanye West, der unter seinem Künstlernamen Ye antisemitische Äußerungen getätigt hatte. Die Yeezy-Kooperation war für Adidas äußerst profitabel gewesen. Der plötzliche Stopp hinterließ ein großes Loch in der Bilanz und einen Berg an Lagerware.

Bjørn Gulden übernahm Anfang 2023 als neuer CEO und führte das Unternehmen schneller als erwartet zurück auf Kurs. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Adidas einen Rekordumsatz von rund 24,8 Milliarden Euro und einen Gewinn von etwa 1,34 Milliarden Euro.

📊 Adidas in Zahlen (2025):Umsatz: ca. 24,8 Milliarden Euro
Gewinn: ca. 1,34 Milliarden Euro
Mitarbeiter: rund 64.900 weltweit
Marktkapitalisierung: ca. 24 Milliarden Euro
Gründungsjahr: 1949
Brsennotierung: Frankfurt, DAX (seit 1998)

Adidas im Vergleich: Puma gehört übrigens Kering

Was viele nicht wissen: Die Rivalität zwischen Adidas und Puma geht auf den Bruderzwist zwischen Adi und Rudolf Dassler zurück. Beide Marken stammen aus Herzogenaurach. Während Adidas börsennotiert ohne Mehrheitseigentümer ist, gehört Puma mehrheitlich dem französischen Luxuskonzern Kering. Auch das ist ein markanter Unterschied in der Eigentümerstruktur zweier Marken, die einst aus derselben Fabrik stammten.

🔑 Das Wichtigste auf einen Blick:Adidas gehört keiner Einzelperson und hat keine Mehrheitseigentümer. Die Gründerfamilie Dassler ist seit 1990 nicht mehr beteiligt. Der Freefloat liegt bei über 92 Prozent. Größte Einzelaktionäre sind institutionelle Investoren wie Amundi (5,1 %), Norges Bank (4,9 %) sowie die belgische Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert (3,5 %). Vorstandsvorsitzender ist seit 2023 Bjørn Gulden. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern einen Rekordumsatz von 24,8 Milliarden Euro.

Was bedeutet das für Unternehmer?

Die Adidas-Geschichte zeigt, wie ein Familienunternehmen durch Erbstreitigkeiten, Misswirtschaft und externe Schocks seine Ursprungsstruktur vollständig verlieren kann. Gleichzeitig zeigt der Turnaround unter Bjørn Gulden, dass professionelles Management auch ohne Eigentümerfamilie Weltmarken retten kann. Für Unternehmer ist der Vergleich mit BMW oder Porsche instruktiv: Wer langfristig Kontrolle behalten will, braucht klare Nachfolgeregelungen.

Wer sich für weitere Eigentümerstrukturen interessiert, findet auf branchen-leader.com Artikel zu wem Birkenstock gehört und wem Rolex gehört.


Bildquelle: https://unsplash.com/de/fotos/weisses-holzregal-mit-gruner-pflanze-SvfBv5FLrHg

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