Wem gehört Mercedes? Eigentümer, Aktionäre und die Rolle Chinas

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  • vor 2 Wochen
  • Letztes Update: März 2026

Verfasst von Redaktion (blR)

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Mercedes-Benz ist eine der prestige-trächtigsten Automarken der Welt. Doch wem gehört der Stuttgarter Konzern? Die Antwort überrascht: Die größten Einzelaktionäre kommen nicht aus Deutschland, sondern aus China. Die Mercedes-Benz Group AG ist börsennotiert und hat eine international gestreute Eigentümerstruktur ohne klaren Mehrheitseigentümer.

Die Eigentümerstruktur der Mercedes-Benz Group AG

Mercedes-Benz ist keine Marke, sondern Teil eines börsennotierten Konzerns. Die Mercedes-Benz Group AG (ehemals Daimler AG, umbenannt 2022) ist an der Frankfurter Börse im DAX 40 und im Euro Stoxx 50 notiert. Rund eine Milliarde Aktien sind weltweit im Umlauf. Kein Einzelaktionär hält eine Mehrheit. Die beiden größten Einzelaktionäre kommen aus China.

Aktionär Anteil Herkunft
BAIC Group 9,98 % China (staatlicher Automobilkonzern)
Li Shufu (Geely) 9,69 % China (Privatinvestor, Geely-Gründer)
Kuwait Investment Authority ca. 5,57 % Kuwait (Staatsfonds, seit 1974)
Institutionelle Investoren ca. 48 % Weltweit (Fonds, Versicherungen)
Streubesitz Privatanleger ca. 25 % Weltweit

Der Geely-Gründer Li Shufu erwarb seinen Anteil im Februar 2018 über die Holding Tenaciou3 Prospect Investment Limited. Die BAIC Group stieg 2019 ein und baute ihren Anteil schrittweise auf. Die Kuwait Investment Authority gehört seit 1974 zum Aktionarskreis – eine der längsten institutionellen Partnerschaften in der Unternehmensgeschichte. 2023 reduzierte Kuwait seinen Anteil von 6,84 % auf rund 5,57 %.

💡 Gut zu wissen: Die Mercedes-Benz Group AG hat keinen deutschen Mehrheitseigentümer. Die beiden größten Einzelaktionäre sind chinesische Unternehmen: die staatliche BAIC Group und der Geely-Gründer Li Shufu. Gemeinsam halten sie knapp 20 Prozent der Stimmrechte.

Wie ist Mercedes-Benz entstanden?

Die Geschichte von Mercedes-Benz beginnt mit zwei Pionieren: Karl Benz und Gottlieb Daimler. Beide entwickelten Ende des 19. Jahrhunderts unabhängig voneinander das Automobil. 1926 fusionierten die Benz & Cie. und die Daimler Motoren Gesellschaft zur Daimler-Benz AG. Der Markenname Mercedes geht auf den Händler Emil Jellinek zurück, der Rennwagen nach seiner Tochter Mercedes benannte.

2022 spaltete die Daimler AG ihr Nutzfahrzeuggeschäft als eigenständige Daimler Truck Holding ab und benannte sich in Mercedes-Benz Group AG um. Seitdem konzentriert sich der Konzern auf das Premiumsegment: Personenwagen und Vans der Marken Mercedes-Benz, Mercedes-AMG und Mercedes-Maybach.

Welche Marken gehören zur Mercedes-Benz Group?

Zum Konzern gehören neben der Kernmarke Mercedes-Benz auch die Submarken Mercedes-AMG (Hochleistungsfahrzeuge) und Mercedes-Maybach (Ultra-Luxusfahrzeuge). Die Elektromarke EQ ist ebenfalls integriert. Die Marke Smart gehört seit 2019 nicht mehr vollständig zu Mercedes-Benz, sondern ist ein 50/50-Joint-Venture mit Geely. Der Finanzarm Mercedes-Benz Mobility bietet Fahrzeugfinanzierung und Mobilitatsdienstleistungen an.

Wer sich für ähnliche Konzernstrukturen interessiert, findet auf branchen-leader.com auch Artikel zu wem BMW gehört und wem Porsche gehört.

📊 Mercedes-Benz Group in Zahlen (2025):

Verkaufte Fahrzeuge: ca. 2,2 Millionen (2025)
Umsatzanteil Deutschland: 15,8 %
Umsatzanteil USA: 23,4 %
Umsatzanteil China: 12,5 %
Börsenkurzel: MBG (DAX 40, Euro Stoxx 50)
Sitz: Stuttgart, Deutschland
CEO: Ola Källenius (Schwede, seit 2019)

Warum halten chinesische Konzerne so viele Mercedes-Anteile?

China ist seit Jahren der wichtigste Einzelmarkt für Mercedes-Benz. Rund ein Viertel aller weltweit verkauften Mercedes-Fahrzeuge geht nach China. Die Beteiligungen von BAIC und Li Shufu sind strategischer Natur: Sie sichern Produktions-Jointventures, Technologiezugang und langfristige Marktpräsenz. BAIC betreibt gemeinsam mit Mercedes-Benz mehrere Produktionswerke in China. Li Shufu gilt als visionarer Unternehmer, der auch Volvo und London Taxi übernommen hat.

🔑 Das Wichtigste auf einen Blick:

Mercedes-Benz gehört der börsennotierten Mercedes-Benz Group AG. Die größten Einzelaktionäre sind BAIC Group aus China (9,98 %) und der chinesische Unternehmer Li Shufu (9,69 %). Drittgrößter Aktionär ist der kuwaitische Staatsfonds KIA mit rund 5,57 %. Es gibt keine deutsche Familie oder staatliche Stelle als Mehrheitsaktionär. CEO ist seit 2019 der Schwede Ola Källenius. Der Konzern ist im DAX 40 notiert und verkaufte 2025 rund 2,2 Millionen Fahrzeuge weltweit.

Was bedeutet das für Unternehmer?

Mercedes-Benz ist ein lehrreiches Beispiel dafür, wie ein deutsches Industrieunternehmen im globalen Kapitalmarkt aufgestellt ist. Die starke Präsenz chinesischer Investoren spiegelt wider, wie abhängig das Premiumsegment vom chinesischen Markt geworden ist. Im Vergleich zu BMW, wo die Familie Quandt fast 47 Prozent hält, ist Mercedes-Benz deutlich breiter gestreut und damit stärker den Kapitalmarktinteressen ausgesetzt.


Bildquelle: Unsplash / Obi – @pixel8propix

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