Die Frage „Ist Casamundo pleite?“ taucht seit 2020 immer wieder auf – ausgelöst durch eine echte, aber häufig missdeutete Unternehmensgeschichte. Die klare Antwort: Casamundo ist nicht insolvent. Das Ferienhausportal existiert weiter, ist buchbar und gehört seit 2018 zur HomeToGo Group – Europas führender Ferienhausgruppe. Dieser Artikel klärt, was damals tatsächlich passiert ist und wie die aktuelle Lage 2026 aussieht.
Casamundo wurde 2003 von Nils Regge in Hamburg gegründet und war eines der ersten deutschen Ferienhausportale. Das Portal vermittelte Ferienunterkünfte – Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Chalets und Landhäuser – in Europa und den USA. Im Oktober 2018 erwarb HomeToGo, damals einer der weltweit größten Marktplätze für Ferienunterkünfte, die Casamundo GmbH vollständig. Seitdem ist Casamundo Teil des HomeToGo-Konzerns.
Das Besondere: Casamundo existiert weiterhin als eigenständige Buchungsmarke. Das Portal casamundo.de ist aktiv, Kunden können dort direkt Ferienunterkünfte suchen und buchen. Im Hintergrund läuft alles über die HomeToGo-Infrastruktur – über 20 Millionen Ferienunterkunfts-Angebote von mehr als 60.000 Anbietern.
Im April 2020 wurde bekannt, dass alle verbliebenen Casamundo-Mitarbeiter am Hamburger Standort entlassen werden und der eigenständige Betrieb zum 30. Juni 2020 eingestellt wird. Diese Meldung sorgte für Schlagzeilen und löste das Gerücht einer Insolvenz aus – das bis heute hartnäckig kursiert.
Doch es handelte sich dabei nicht um eine klassische Insolvenz. Ein Insolvenzverfahren wurde zu keinem Zeitpunkt eröffnet. Stattdessen entschied sich HomeToGo im Zuge der Corona-Krise, alle operativen Prozesse von Casamundo vollständig in die eigene Konzernstruktur zu integrieren und den separaten Hamburger Standort aufzugeben. Das ist ein konzerninterner Umstrukturierungsprozess – kein Bankrott. Die Marke Casamundo blieb bewusst erhalten, weil sie eine hohe Bekanntheit im deutschsprachigen Markt hatte.
Casamundo ist eine Marke der HomeToGo SE, einem börsennotierten Unternehmen mit Sitz in Berlin (Frankfurt: HTG). HomeToGo wurde 2014 gegründet und ist seit September 2021 an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Im Jahr 2025 übernahm HomeToGo die Interhome Group – das zweitgrößte europäische Ferienwohnungsverwaltungsunternehmen – und wurde damit zur führenden Ferienhausgruppe Europas.
Sitz: Berlin | Börsennotiert seit 2021 (Frankfurt: HTG)
IFRS-Umsatz 2025: 255,5 Mio. Euro (+20,3%)
Bereinigtes EBITDA 2025: 13,2 Mio. Euro (über Prognose)
Liquidität: 91,8 Mio. Euro (Stand 31.12.2025)
Prognose 2026: 400-410 Mio. Euro Umsatz, 45-47 Mio. Euro EBITDA
Angebote: über 20 Millionen Ferienunterkünfte, 60.000+ Anbieter
Jüngste Übernahme: Interhome (August 2025)
Die Geschäftsergebnisse 2025 wurden am 19. März 2026 als geprüfte Zahlen veröffentlicht. HomeToGo übertraf die EBITDA-Prognose und verfügte zum Jahresende über 91,8 Millionen Euro Liquidität – 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatzsprung auf 400-410 Millionen Euro (+55% gegenüber 2025) und ein bereinigtes EBITDA von 45-47 Millionen Euro – mehr als 240 Prozent Steigerung. Das ist kein Bild eines insolventen Unternehmens.
Ja. Das Portal casamundo.de ist weiterhin aktiv. Kunden können dort Ferienunterkünfte in ganz Europa und den USA suchen und buchen. Auf Trustpilot hält Casamundo eine Bewertung von rund 4 Sternen bei über 2.000 Kundenbewertungen – aktuelle Buchungserfahrungen aus 2025 und 2026 zeigen, dass das Portal funktioniert und Reisen durchgeführt werden.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Ist Casamundo insolvent? | Nein. Kein Insolvenzverfahren, auch nicht 2020. |
| Was passierte 2020 wirklich? | Konzernintegration in HomeToGo – kein Bankrott |
| Wem gehört Casamundo? | HomeToGo SE (börsennotiert Frankfurt) |
| Ist casamundo.de noch buchbar? | Ja – aktiv, Buchungen möglich |
| Wie ist HomeToGos Finanzlage? | Stabil: 91,8 Mio. Euro Liquidität, EBITDA über Prognose |
Das Gerücht von der Casamundo-Pleite entstand 2020 durch einen Missverständnis: Die Schließung des Hamburger Büros und der Entlassungen wurden als Insolvenz wahrgenommen, waren aber eine konzernstrategische Entscheidung von HomeToGo. Ein Insolvenzverfahren gab es nie. Casamundo existiert als Buchungsmarke fort, HomeToGo wächst und expandiert mit der Interhome-Übernahme zur führenden Ferienhausgruppe Europas. Wer bei Casamundo eine Ferienunterkunft buchen möchte, tut das über die Infrastruktur eines börsennotierten, finanzstarken Unternehmens. Informationen über echte Pleiten in der Reisebranche bietet unser Überblick zu Reiseveranstalter-Pleiten – Casamundo taucht dort nicht auf.
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