KTM insolvent: Was aus der Motorrad-Ikone geworden ist - aktueller Stand März 2026

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  • vor 1 Jahr
  • Letztes Update: März 2026

Verfasst von Redaktion (blR)

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KTM war insolvent. Das ist keine Frage mehr. Was viele noch nicht wissen: Der Motorradhersteller aus Mattighofen hat die Insolvenz überlebt – allerdings zu einem hohen Preis. Heute steht die Marke unter indischer Kontrolle, hunderte Stellen sind weggefallen und der Konzern schreibt sich nicht mehr Pierer Mobility, sondern Bajaj Mobility. Dieser Artikel zeigt, was wirklich passiert ist, wie die Rettung ablief und wo KTM heute steht.

Stand März 2026: KTM hat die Insolvenz überstanden. Das Insolvenzverfahren der KTM AG wurde nach erfolgreicher Sanierung abgeschlossen. Bajaj Auto hält seit November 2025 rund 74,9 Prozent an der Muttergesellschaft, die seit Januar 2026 Bajaj Mobility AG heißt. Rund 1.500 Stellen wurden abgebaut. Die Produktion läuft wieder, die Marke existiert weiter.

Wie KTM in die Insolvenz rutschte

Der Absturz kam schnell, aber er hatte sich lange vorbereitet. KTM wuchs unter Stefan Pierer jahrzehntelang fast ohne Unterbrechung. Die Marke wurde größer, das Portfolio breiter, die Ziele ehrgeiziger. Dann traf ein ganzes Bündel an Problemen gleichzeitig ein.

Die Corona-Pandemie hatte die Nachfrage nach Motorrädern zunächst angeheizt. KTM produzierte auf Hochtouren und baute massive Lagerbestände auf. Als die Nachfrage 2023 und 2024 einbrach, saß das Unternehmen auf Hunderttausenden unverkauften Motorrädern. Ende 2024 lagerten laut Unternehmensangaben weltweit rund 248.580 Maschinen ohne Abnehmer. Gleichzeitig stiegen Rohstoff- und Energiekosten, der Euro-Raum schwächelte, und der Wettbewerb aus Asien wurde schärfer.

Intern machten Beobachter auch Managementfehler aus. Kommunikation nach oben soll kaum funktioniert haben – frühe Warnsignale beim Absatz erreichten die Führungsetage offenbar zu spät oder gar nicht. Im November 2024 war der Schuldenberg nicht mehr zu stemmen. KTM meldete Insolvenz an.

Die wichtigsten Ursachen der KTM-Insolvenz:
– Massive Überproduktion: rund 248.580 Motorräder auf Lager (Ende 2024)
– Eingebrochene Nachfrage nach der Pandemie-Hochphase
– Hohe Schulden durch aggressives Wachstum und Übernahmen
– Kommunikationsversagen in der Führungsstruktur
– Verpasster Einstieg in die Elektromobilität
– Starker Wettbewerbsdruck aus Asien

Die Rettung durch Bajaj – 800 Millionen Euro als Rettungsanker

KTM und der indische Hersteller Bajaj Auto arbeiteten seit 2007 zusammen. Bajaj produzierte die kleinen KTM-Modelle in Indien, hielt schrittweise mehr Anteile und kannte das Unternehmen gut. Als die Insolvenz kam, war Bajaj der naheliegendste Retter.

Im Frühjahr 2025 schnürte Bajaj ein Finanzierungspaket von insgesamt rund 800 Millionen Euro. Ein Großteil davon floss als Darlehen über die niederländische Bajaj-Holding, weitere 150 Millionen kamen direkt von Pierer Mobility. Mit diesen Mitteln wurden die drei Sanierungspläne für KTM, Husqvarna und GasGas finanziert. Am 23. Mai 2025 lief die finale Frist im Insolvenzverfahren ab – das Verfahren wurde abgeschlossen, die Sanierung galt als erfolgreich.

Stefan Pierer zog sich auf Druck der Gläubiger zurück. Gottfried Neumeister, den Pierer noch kurz vor der Insolvenz als Stellvertreter geholt hatte, übernahm im Januar 2025 als alleiniger Vorstandschef. Seit dem 19. November 2025 hält Bajaj 74,9 Prozent an der Muttergesellschaft. Im Januar 2026 wurde diese in Bajaj Mobility AG umbenannt. Der Konzernsitz zog von Wels nach Mattighofen in die KTM-Zentrale um.

Zeitpunkt Ereignis
November 2024 KTM AG meldet Insolvenz an
Januar 2025 Gottfried Neumeister wird alleiniger Vorstandschef, Stefan Pierer tritt ab
März 2025 Produktion in Mattighofen wird wieder aufgenommen
April bis Juli 2025 Zweiter Produktionsstopp wegen Teilemangel, Wiederanlauf am 28. Juli 2025