Volkswagen Konzern Marken: Struktur, Gruppen und Ausrichtung

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  • vor 3 Wochen
  • Letztes Update: Juli 2026

Verfasst von Redaktion (blR)

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Einführung: Überblick über den Volkswagen Konzern und seine Marken

Der Volkswagen Konzern ist einer der weltweit größten Automobilhersteller und zählt seit Jahrzehnten zu den einflussreichsten Akteuren der automobilindustrie. Die Volkswagen AG wurde 1937 gegründet, hat ihren Sitz in Wolfsburg, Niedersachsen, und beschäftigt als arbeitgeber Hunderttausende Menschen in zahlreichen Ländern. Was einst als Projekt zur Produktion erschwinglicher Volksautos begann, ist heute ein global agierender Mobilitätskonzern mit einem beeindruckenden Spektrum an Fahrzeugen, Dienstleistungen und Technologien.

Der Volkswagen-Konzern umfasst zehn zentrale pkw marken. Diese sind in drei Markengruppen gegliedert: Core, Progressive und Sport & Luxury. Damit deckt der konzern vom preisgünstigen Einstiegsmodell bis zum exklusiven Supersportwagen nahezu jedes Segment ab. Doch das Angebot geht weit über klassische Automobile hinaus: nutzfahrzeuge, Software-Einheiten, Mobilitätsdienste und Finanzdienstleistungen gehören ebenso zum Portfolio.

Die Geschichte des Konzerns ist geprägt von strategischen Übernahmen und Neuausrichtungen. Škoda wurde schrittweise ab 1991 übernommen und im Jahr 2000 vollständig in den Konzernverbund integriert. Der Börsengang der Porsche AG im September 2022 markierte einen weiteren Meilenstein. Und mit der Strategie „NEW AUTO“ wurde ab 2021 der Grundstein für die Transformation hin zu einem technologiegetriebenen Mobilitätsanbieter gelegt.

Die drei Markengruppen im Überblick:

  • Core: Volkswagen Pkw, Škoda, SEAT, CUPRA, Volkswagen Nutzfahrzeuge

  • Progressive: Audi, Bentley, Lamborghini, Ducati

  • Sport & Luxury: Porsche

Ergänzt werden diese durch die Nutzfahrzeugholding TRATON SE, regionale Marken wie Jetta und Scout Motors, die Software-Einheit CARIAD sowie verschiedene Mobilitäts- und Finanzgesellschaften.

Auf dem modernen Werkshof stehen mehrere Fahrzeuge der Volkswagen AG, darunter verschiedene Modelle der Konzernmarken wie Audi, Škoda und Porsche, vor einem industriellen Gebäude. Die Autos sind ordentlich aufgereiht und repräsentieren das breite Spektrum der Mobilität und Innovation des Unternehmens.

Markenstruktur im Volkswagen Konzern: Aufbau und Strategie

Der Volkswagen Konzern funktioniert als Mehrmarkenkonzern, bei dem die Volkswagen AG als übergeordnete Muttergesellschaft agiert. Die einzelnen Marken sind rechtlich selbstständige Unternehmen, jede mit eigener Identität, eigenem Design und eigener Zielgruppe. Gleichzeitig werden sie durch die Konzernstruktur koordiniert, um Synergien in Entwicklung, Produktion, Einkauf und Technologie zu nutzen.

Volkswagen organisiert seine marken in drei Gruppen: Core, Progressive und Sport & Luxury. Diese Dreiteilung bildet das Herzstück der Konzernstrategie. Daneben existieren weitere Geschäftsbereiche und Beteiligungen:

Bereich

Zugehörige Einheiten

Pkw-Markengruppen

Core, Progressive, Sport & Luxury

Nutzfahrzeuge (schwer)

TRATON SE (MAN, Scania, Navistar)

Software & Technik

CARIAD

Mobilität

MOIA, Volkswagen Group Mobility

Finanzdienstleistungen

Volkswagen Financial Services (inkl. Bank, Leasing, Versicherungsgeschäft)

Regionale Marken

Jetta (China), Scout Motors (USA)

Seit der Neuordnung ab circa 2023/2024 ist die Struktur stärker auf Plattformstrategie und klare Marktpositionierung ausgerichtet. Die Plattformen MQB (für Verbrenner), MEB (für Elektrofahrzeuge der Volumenmarken) und PPE (für Premium-Elektrofahrzeuge) bilden die technische Basis für mehrere Marken gleichzeitig. Langfristig soll die Scalable Systems Platform (SSP) alle bisherigen Architekturen ablösen.

Volkswagen verfolgt die Group Strategy bis 2035. Das Ziel: Volkswagen will bis 2035 der Global Automotive Tech Driver sein, ein Anbieter nachhaltiger, softwarebasierter Mobilität. Die weltweite Präsenz konzentriert sich dabei auf die drei Schlüsselmärkte Europa, China und die USA. Strenge co emission Vorgaben in diesen Regionen treiben die Elektrifizierung zusätzlich voran.

Über die Fahrzeugproduktion hinaus spielen Finanzdienstleistungen eine wichtige Rolle im konzern. Kundenfinanzierung, Leasing, Flottenmanagement und Versicherungsgeschäft werden über Volkswagen Financial Services abgewickelt, inklusive einer eigenen bank. Diese Geschäftsbereiche sichern stabile Erträge und binden Kunden langfristig an das Ökosystem des Konzerns.

Markengruppe Core: Volumenmarken des Volkswagen Konzerns

Die markengruppe Core bündelt die Volumen- und Einstiegsmarken und bildet damit das Rückgrat des Absatzes im Volkswagen Konzern. Im Jahr 2024 lieferte die Core-Gruppe fast fünf Millionen fahrzeuge aus, mit einem Umsatz von rund 140 Milliarden Euro. Diese Zahlen verdeutlichen die schiere Größe und Bedeutung dieser Gruppe für den gesamten Konzern.

Zur Core-Gruppe gehören Volkswagen, Škoda, SEAT und CUPRA. Ergänzt wird die Gruppe durch Volkswagen Nutzfahrzeuge. Im Einzelnen:

  • Volkswagen Pkw: Die kernmarke des Konzerns mit Modellen wie Golf, Passat, Tiguan und der vollelektrischen ID.-Familie (ID.3, ID.4, ID.7). Sie steht für die Balance aus Qualität, Technik und breiter Verfügbarkeit.

  • Škoda: Seit dem Jahr 2000 vollständig im Konzern integriert. Škoda bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und praktische Lösungen unter dem Motto „Simply Clever“. Der Enyaq ist ein zentrales BEV-Modell.

  • SEAT: Seit der Übernahme 1986 teil des Konzerns. SEAT richtet sich an ein jüngeres Publikum mit emotionalen Designs.

  • CUPRA: CUPRA ist eine eigenständige Performance-Marke mit Fokus auf Sportlichkeit, die 2018 aus der SEAT-Welt heraus gegründet wurde. Der CUPRA Born ist ein vollelektrisches Modell dieser Marke.

  • Volkswagen Nutzfahrzeuge: Volkswagen Nutzfahrzeuge ist spezialisiert auf leichte Nutzfahrzeuge und Transporter, von Caddy und Transporter bis zu Freizeitmobilen wie dem California.

Die Zusammenarbeit bei Plattformen, Antrieben und Beschaffung über alle Core-Marken hinweg senkt die Investitionskosten erheblich und ermöglicht gleichzeitig eine hohe Modellvielfalt. Ob Verbrenner, Hybrid oder vollelektrisch, die gemeinsame technische Basis (MQB für Verbrenner, MEB für Elektrofahrzeuge) sorgt für Effizienz bei der Entwicklung neuer modelle.

Die Core-Gruppe ist die zentrale Brücke zwischen der klassischen Verbrennerwelt und der neuen Elektromobilität. Mit der ID.-Familie von Volkswagen, dem Škoda Enyaq und dem CUPRA Born stehen bereits heute serienreife BEV-Modelle im Volumenbereich zur Verfügung.

Auf einem öffentlichen Platz stehen moderne Elektrofahrzeuge verschiedener Marken, darunter Modelle von Volkswagen, Audi und Porsche, die an Ladestationen angeschlossen sind. Diese Szene zeigt die fortschreitende Mobilität und den Wandel in der Automobilindustrie hin zu umweltfreundlicheren Fahrzeugen.

Die interne Markenarchitektur in der Core-Gruppe

Innerhalb der Core-Gruppe differenzieren sich die einzelnen Marken deutlich, trotz gemeinsamer technischer Basis. Das ist kein Zufall, sondern strategische Notwendigkeit: Überschneidungen und Kannibalisierung müssen vermieden werden, um jeder Marke ihren eigenen Raum im Markt zu geben.

Positionierung und Zielgruppen:

Marke

Positionierung

Zielgruppe

Volkswagen Pkw

Mittleres Segment, ausgewogene Qualität

Breites Publikum, Familien, Flotten

Škoda

Wertorientiert, clever, robust

Preisbewusste Käufer, praktisch orientiert

SEAT

Emotional, designbetont

Jüngeres, südeuropäisch geprägtes Publikum

CUPRA

Sportlich, progressiv, höherpreisig

Design- und performanceaffine Käufer

VW Nutzfahrzeuge

Nutz- und Freizeittransport

Gewerbekunden, Handwerker, Vanlife-Fans

Historisch haben sich die Core-Marken über Jahrzehnte zusammengefügt. Die Übernahme von SEAT erfolgte 1986, die schrittweise Eingliederung von Škoda begann 1991 und wurde im Jahr 2000 abgeschlossen. Die Gründung von CUPRA als eigenständiger Marke im Jahr 2018 war eine bewusste Entscheidung, um ein sportlich-progressives Segment zu bedienen, ohne die Mutter SEAT zu überlasten.

Volkswagen Nutzfahrzeuge nimmt eine Sonderrolle ein: Als Spezialist für leichte Nutzfahrzeuge, Vans und Freizeitmobile wie Transporter, Multivan und California hat die Marke einen eigenen Vertriebskanal und eine klar abgegrenzte Rolle. Die Nähe zu gewerblichen Kunden und der Fokus auf Nutzwert unterscheiden sie deutlich von den pkw-orientierten Schwestermarken.

Synergien werden vor allem im Hintergrund genutzt: gemeinsame Komponenten, identische Plattformen, gebündelte Einkaufsvolumina. Nach außen hin sorgen Designsprache, Ausstattungsphilosophie und Preisgestaltung für klaren Abstand zwischen den Marken. So kann ein Škoda Octavia neben einem Volkswagen Passat existieren, ohne dass sich beide gegenseitig den Verkauf streitig machen.

Markengruppe Progressive: Premium, Performance und Innovation

Die Progressive-Gruppe vereint die Premium- und Performance-Marken des Konzerns und steht für Technologie, Exklusivität und innovative Antriebskonzepte. Die Progressive-Gruppe beinhaltet Audi, Bentley, Lamborghini und Ducati, vier Marken mit jeweils eigener Geschichte, eigenem Charakter und einer klar definierten Positionierung im Premiumsegment.

Historisch gewachsen ist diese Gruppe über mehrere Jahrzehnte. Audi wurde 1965 vollständig in den Konzern integriert, als Volkswagen die Kontrolle über die Auto Union übernahm. Bentley und Lamborghini kamen Ende der 1990er-Jahre hinzu, Bentley 1998, Lamborghini ebenfalls in dieser Phase. Ducati erweiterte das Portfolio 2012 um die Zweirad-Dimension und wurde unter dem Dach von Audi integriert.

Audi ist die Premiummarke mit Fokus auf Technologie und Design. Sie fungiert seit März 2021 als Leitmarke für das gesamte Management der Progressive-Gruppe. Die PPE-Plattform (Premium Platform Electric), die gemeinsam von Audi und Porsche entwickelt wurde, bildet die technische Basis für kommende Elektrofahrzeuge im Premium-Segment, darunter der Audi e-tron GT und zukünftige Bentley-Modelle.

Alle vier Progressive-Marken profitieren von gemeinsamen Technologien, Elektrifizierungsstrategien und Entwicklungskapazitäten. Gleichzeitig bewahrt jede Marke ihre Eigenständigkeit in Design, Markenerlebnis und Kundenansprache. Im Jahr 2024 lieferte die Progressive-Gruppe rund 1,1 Millionen Einheiten aus.

Rolle von Audi, Bentley, Lamborghini und Ducati

Jede marke innerhalb der Progressive-Gruppe besetzt ein klar definiertes Segment:

Audi deckt ein breites Premium-Portfolio ab, vom kompakten A1 bis zum vollelektrischen e-tron GT. Die Marke setzt auf technologische Führerschaft, progressive Designsprache und ein umfassendes Angebot an Elektro- und plug in hybrid Modellen. Audi verantwortet zudem die strategische Steuerung der gesamten Progressive-Gruppe.

Bentley steht für handgefertigte Luxusfahrzeuge der Extraklasse. Mit Modellen wie Continental GT, Flying Spur und dem SUV Bentayga bedient Bentley Kunden, die höchste Handwerkskunst und individuelle Ausstattung erwarten. Organisatorisch ist Bentley Audi zugeordnet, was Entwicklungs- und Technikschnittstellen erklärt. Die Elektrifizierung der Modellpalette schreitet über die PPE-Plattform voran.

Lamborghini produziert Hochleistungs-Supersportwagen, die in Sachen Leistung, Design und Emotionalität kaum zu überbieten sind. Modelle wie der Revuelto und der Urus SUV verbinden extreme Performance mit zunehmender Hybridisierung. Lamborghini hat 2023 seinen ersten plug in hybrid Serien-Supersportwagen vorgestellt und signalisiert damit den Übergang in eine neue Ära.

Ducati ist bekannt für sportliche Premium-Motorräder und repräsentiert den Zweiradbereich im Volkswagen Konzern. Die Marke hat eine starke Rennsport-Tradition und agiert ebenfalls unter dem Dach von Audi. Die Entwicklung elektrischer Antriebe wird auch bei Ducati vorangetrieben, wenngleich der Verbrennungsmotor hier noch eine dominante Rolle spielt.

Vor einem modernen Glasgebäude parken mehrere verschiedene Sportwagen und Luxuslimousinen, darunter Modelle von bekannten PKW Marken wie Volkswagen, Porsche und Lamborghini. Die Fahrzeuge stehen in geordnetem Abstand zueinander und repräsentieren die Vielfalt und den Erfolg des Volkswagen Konzerns in der Automobilindustrie.

Gemeinsam steht die Progressive-Gruppe für Innovation, Design und eine markenübergreifende Premium-Strategie. Die Verbindung aus traditioneller Handwerkskunst (Bentley), technologischer Führerschaft (Audi), emotionaler Performance (Lamborghini) und Zweirad-Exzellenz (Ducati) macht diese Gruppe zu einem der profitabelsten und imageträchtigsten Bereiche des Volkswagen Konzerns.

Markengruppe Sport & Luxury: Porsche als eigenständige Ikone

Die markengruppe Sport & Luxury besteht ausschließlich aus der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Diese Sonderstellung ist kein Zufall: Porsche bildet eine eigene Markengruppe und ist besonders margenstark. Kein anderer hersteller im Konzernverbund verbindet Sportlichkeit, Luxus und Alltagstauglichkeit so konsequent.

Porsche ist in der Sport & Luxury-Gruppe organisiert und nimmt damit eine herausgehobene Position ein. Die modelle reichen vom ikonischen 911 über die Luxus-SUVs Cayenne und Macan bis zur Sportlimousine Panamera und dem vollelektrischen Taycan. Die Motorsporttradition der Marke, von Le Mans bis zur Formel E, untermauert den Anspruch auf sportliche Spitzenleistung.

Porsche ist seit September 2022 börsennotiert, bleibt aber mehrheitlich im Konzern. Die Volkswagen AG hält rund 75 Prozent der Anteile, während Vorzugsaktien am Kapitalmarkt gehandelt werden. Der Börsengang bewertete die Porsche AG auf etwa 75 Milliarden Euro und markierte einen der größten IPOs in der europäischen Geschichte.

Technologisch treibt Porsche die sportliche Elektromobilität im Premium- und Luxussegment voran. Der Taycan war eines der ersten vollelektrischen fahrzeuge der Sportwagenklasse. Der kommende elektrische Macan und weitere BEV-Modelle sollen den Anteil elektrischer Auslieferungen bis 2030 auf über 80 Prozent steigern.

Porsche im Spannungsfeld von Eigenständigkeit und Konzernverbund

Trotz eigener Börsennotierung bleibt Porsche strategisch fest in den Volkswagen Konzern eingebunden. Die Mehrheitsbeteiligung der Volkswagen AG sichert den Zugang zu gemeinsamen Plattformen, Software-Kooperationen (etwa über CARIAD) und gebündelter Beschaffung. Gleichzeitig wahrt Porsche eine hohe operative Eigenständigkeit, insbesondere bei Design, Markenerlebnis und Motorsportengagement.

Die Balance zwischen Eigenständigkeit und Konzernverbund zeigt sich bei den Produkten: Der 911 bleibt als Ikone unverwechselbar, während Cayenne und Macan auf Plattformen aufbauen, die auch von Audi genutzt werden. Diese Doppelrolle, eigenständige Marke mit konzernweiten Synergien, ist ein zentraler Erfolgsfaktor.

Finanziell ist Porsche ein wichtiger Ertrags- und Imageträger des Konzerns. Die operative Umsatzrendite lag in der Vergangenheit im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich (ziel: 17, 19 Prozent langfristig), wobei jüngste Geschäftsjahre, bedingt durch Investitionen in Elektrifizierung und veränderte Marktbedingungen, Schwankungen zeigten. Dennoch bleibt die Markenstärke von Porsche ein zentraler Wert im Portfolio des Volkswagen Konzerns.

Die gesellschaft bewegt sich in einem permanenten Spannungsfeld: einerseits die Kraft und Tradition einer eigenständigen Premiummarke, andererseits die Vorteile eines mächtigen Konzernverbunds. Dieses Gleichgewicht wird in den kommenden Jahren entscheidend sein, wenn neo Elektromodelle und softwarebasierte Dienste die Branche weiter transformieren.

Nutzfahrzeuge und TRATON: Schwere Marken im Konzern

Schwere Nutzfahrzeuge und Busse werden im Volkswagen Konzern nicht über die pkw-Markengruppen gesteuert, sondern unter der eigenständigen, börsennotierten TRATON SE gebündelt. TRATON SE organisiert die Nutzfahrzeugmarken des Konzerns und agiert als globaler Hersteller von Lkw und Bussen.

Die Volkswagen AG hält die Mehrheit an TRATON. TRATON SE hält rund 87,5 Prozent an der Nutzfahrzeugholding und vereint damit bedeutende Marken unter einem Dach:

  • Scania: Schwedischer Premiumhersteller für schwere Lkw und Busse, bekannt für Effizienz und Innovation

  • MAN: Deutsche Traditions-Marke im Nutzfahrzeugbau mit breitem Portfolio von Transportern bis Schwerlast-Lkw

  • Navistar/International: Nordamerikanischer Hersteller, der durch die Übernahme 2021 die Präsenz in den USA stärkt

  • Volkswagen Truck & Bus: Fokus auf den südamerikanischen Markt

Die TRATON Group umfasst die Nutzfahrzeugmarken MAN und Scania als ihre beiden größten und traditionsreichsten Säulen. Im Jahr 2024 erzielte TRATON einen Umsatz von rund 45,7 Milliarden Euro und lieferte zwischen 335.000 und 339.000 schwere Nutzfahrzeuge aus.

Elektrifizierung, alternative Antriebe und digitale Flottenlösungen spielen auch im schweren Nutzfahrzeugsegment eine wachsende Rolle. Scania und MAN arbeiten an elektrischen Lkw-Modellen und wasserstoffbasierten Antrieben, um die strengen Emissionsvorgaben in Europa und Nordamerika zu erfüllen.

Volkswagen Nutzfahrzeuge gehört zwar zur Core-Gruppe, schlägt aber inhaltlich die Brücke zum gewerblichen Segment und zu TRATON. Während VW Nutzfahrzeuge leichte Transporter und Vans abdeckt, konzentriert sich TRATON auf das schwere Segment, eine klare Aufgabenteilung innerhalb des Konzerns.

Auf dem Logistikgelände bei Sonnenuntergang stehen mehrere große Lastkraftwagen verschiedener Marken, darunter auch Modelle des Volkswagen Konzerns. Die Fahrzeuge sind in einer Reihe angeordnet und bilden einen beeindruckenden Anblick vor dem farbenfrohen Himmel.

Weitere Marken, Joint Ventures und Mobilitätsunternehmen

Der Volkswagen Konzern erstreckt sich weit über die klassischen Konzernmarken und automobile Produktion hinaus. Zusätzliche Marken, Beteiligungen und Tochtergesellschaften decken Bereiche wie regionale Marktsegmente, Software-Entwicklung und neue Mobilitätskonzepte ab.

Jetta wurde 2019 als eigenständige Marke für den chinesischen Markt eingeführt. Sie bedient das günstige Einstiegssegment mit lokaler Fertigung und eigenen Händlern. Der Name Jetta war zuvor ein Modellname bei Volkswagen, als eigenständige Marke hilft sie, preissensible Käufer in China zu erreichen, ohne die globale Positionierung von Volkswagen, Škoda oder CUPRA zu verwässern.

Scout Motors ist eine 2022 in den USA gegründete Marke. Volkswagen gründete Scout Motors für elektrische Pick-ups 2022, ein strategisch bedeutsamer Schritt, um in den nordamerikanischen Markt für robuste, vollelektrische Offroad-Fahrzeuge vorzudringen. Scout operiert eigenständig und plant die Produktion in einem neuen Werk in South Carolina.

CARIAD ist die konzernweite Software-Einheit des Volkswagen Konzerns. Sie entwickelt Fahrzeugsoftware, Betriebssysteme und Architekturen für Over-the-Air-Updates, Infotainment und automatisiertes Fahren. Die aktuelle Architektur (E³ 1.1/1.2) soll langfristig in die einheitliche E³ 2.0-Plattform münden. Im Jahr 2025 erzielte CARIAD Umsätze von rund 1,8 Milliarden Euro, allerdings bei weiterhin operativen Verlusten, was die Komplexität dieser digitalen Transformation verdeutlicht.

Mobilitätsdienste wie MOIA (ein Ridesharing-Dienst) und die Volkswagen Group Mobility ergänzen das klassische Fahrzeugangebot. Sie stehen für den Wandel vom reinen auto-Besitz hin zur Nutzung flexibler Mobilitätslösungen.

Bugatti Rimac und besondere Beteiligungen

Bugatti gehört seit 2021 nicht mehr vollständig zum Volkswagen-Konzern. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung ging Bugatti in die Bugatti Rimac Group über, ein Joint Venture, an dem die Rimac Group 55 Prozent und die Porsche AG 45 Prozent hält.

Durch die Beteiligung der Porsche AG besteht eine indirekte Verbindung zum Volkswagen Konzern. Bugatti und Rimac treten als eigenständige Marken auf, stellen aber im Hypercar- und Hightech-Elektrosegment technologische Leuchtturmprojekte dar. Während Bugatti für extreme Handwerkskunst und Motorleistung steht, bringt Rimac Expertise in Hochleistungs-Elektroantrieben ein.

Diese Konstellation zeigt exemplarisch, wie der Volkswagen Konzern seine Beteiligungen flexibel gestaltet: Wo eine vollständige Integration keinen strategischen Mehrwert bietet, werden Joint Ventures und Partnerschaften bevorzugt. Der Erfolg solcher Konstruktionen hängt davon ab, ob der Technologietransfer in beide Richtungen funktioniert und die Markenidentitäten gewahrt bleiben.

Neben Bugatti Rimac hält der Konzern weitere strategische Beteiligungen und Joint Ventures, etwa in China, wo Kooperationen mit lokalen Partnern für Produktion und Vertrieb essenziell sind. Diese Informationen verdeutlichen, dass der Volkswagen Konzern deutlich mehr ist als die Summe seiner zehn zentralen pkw-Marken.

Fazit: Breites Markenportfolio im Volkswagen Konzern

In diesem Artikel wurde deutlich, dass der Volkswagen Konzern mit seinen Marken, Markengruppen und Beteiligungen ein bemerkenswert breites Spektrum abdeckt, vom Einstiegssegment bis zur sport luxury Klasse, von pkw über Motorräder bis zu schweren Nutzfahrzeugen. Der Volkswagen-Konzern hat zehn zentrale Pkw-Marken, die zusammen mit den Nutzfahrzeugmarken, Software-Einheiten und Mobilitätsdiensten ein umfassendes Ökosystem bilden.

Die Dreiteilung in Core, Progressive und Sport & Luxury bildet die Basis der strategischen Ausrichtung bis in die 2030er-Jahre. Jede Gruppe hat klare Aufgaben: Core sorgt für Volumen und den Übergang zur Elektromobilität, Progressive liefert Premiumtechnologie und Exklusivität, Sport & Luxury sichert Marge und Markenprestige.

Software (CARIAD), Elektromobilität und neue Mobilitätsdienste wie MOIA und Scout Motors ergänzen die klassische Markenwelt und zeigen, wohin die Reise geht. Die Volkswagen AG positioniert sich als integrierter Mobilitätskonzern, der den Wandel zur nachhaltigen, digitalen Mobilität nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet. Wer die Entwicklung der VW-Konzernmarken verfolgt, beobachtet letztlich eine Studie darüber, wie ein traditioneller deutsche Autohersteller sich für die Welt von morgen aufstellt.

Dieser Artikel wurde mit Blogie erstellt.

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