Was ist der DAX? Der deutsche Leitindex einfach erklärt

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  • vor 3 Wochen
  • Letztes Update: Apr. 2026

Verfasst von Redaktion (blR)

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Wer Nachrichten schaut, hört fast täglich: „der DAX ist heute um 1,5 % gestiegen“. Aber was ist der DAX eigentlich? Und warum gilt er als Barometer für die deutsche Wirtschaft? Dieser Artikel erklärt den Deutschen Aktienindex einfach und verständlich.

💡 Das Wichtigste in Kürze: Der DAX (Deutscher Aktienindex) ist der wichtigste Aktienindex Deutschlands. Er bildet die Kursentwicklung der 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands ab. Der DAX wird von der Deutschen Börse AG berechnet und gilt international als der Leitindex des deutschen Aktienmarkts. Er wurde am 1. Juli 1988 eingeführt und startete bei einem Basiswert von 1.000 Punkten.

Was ist der DAX? Die einfache Erklärung

DAX steht für Deutscher Aktienindex. Er ist ein sogenannter Auswahlindex, der die Aktien der 40 größten deutschen Aktiengesellschaften zusammenfasst, die an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Vereinfacht gesagt ist der DAX ein Korb aus 40 Aktien und sein Punktestand zeigt an, wie sich der Gesamtwert dieser Unternehmen entwickelt.

Wenn der DAX steigt, bedeutet das: Die Aktien der enthaltenen Unternehmen sind im Schnitt wertvoller geworden. Wenn er fällt, sind die Kurse gesunken. Der DAX ist damit ein wichtiges Stimmungsbarometer, sowohl für den deutschen Aktienmarkt als auch für die wirtschaftliche Lage in Deutschland insgesamt.

Wer sind die DAX-Unternehmen?

Im DAX sind bekannte deutsche Großkonzerne aus verschiedenen Branchen vertreten. Dazu gehören unter anderem Unternehmen wie SAP, Siemens, BMW, Volkswagen, Deutsche Telekom, Allianz, BASF, Bayer, Mercedes-Benz und viele weitere. Die genaue Zusammensetzung ändert sich regelmäßig, dazu später mehr.

Branche Beispielunternehmen im DAX
Technologie SAP, Infineon, Deutsche Telekom
Automobil BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen, Porsche
Chemie / Pharma BASF, Bayer, Merck
Finanzen / Versicherungen Allianz, Deutsche Bank, Münchener Rück
Industrie Siemens, Rheinmetall, Airbus
Energie E.ON, RWE
Konsum / Handel Adidas, Henkel, Beiersdorf

Wie wird der DAX berechnet?

Der DAX wird sekundär berechnet, also buchstäblich sekundär aktualisiert, an Börsentagen von etwa 9 Uhr bis 17:30 Uhr. Die Gewichtung der einzelnen Aktien im Index richtet sich nach der sogenannten Streubesitz-Marktkapitalisierung: Je größer ein Unternehmen und je mehr Aktien frei an der Börse handelbar sind, desto stärker beeinflusst es den DAX-Stand. Ein einzelnes Unternehmen kann maximal mit 15 Prozent gewichtet sein (Kappungsgrenze).

Der DAX ist ein sogenannter Performance-Index. Das bedeutet: Er berücksichtigt nicht nur die Kursänderungen der Aktien, sondern rechnet auch Dividenden mit ein, als wären sie reinvestiert worden. Das ist ein wichtiger Unterschied zum amerikanischen Dow Jones oder dem EURO STOXX 50, die als reine Kursindizes funktionieren.

Wer entscheidet, welche Unternehmen im DAX sind?

Die Deutsche Börse AG ist für die Zusammensetzung des DAX verantwortlich. Die Auswahl erfolgt nach klaren, öffentlich zugänglichen Regeln. Ein Unternehmen muss folgende Kriterien erfüllen, um in den DAX aufgenommen zu werden:

✅ Aufnahmekriterien für den DAX:Notierung im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse
Fortlaufender Handel auf Xetra (elektronisches Handelssystem der Deutschen Börse)
Hauptsitz oder operativer Sitz in Deutschland (auch EU-/EFTA-Länder möglich)
Mindeststreubesitz von 10 % der Aktien
Mindestens zwei aufeinanderfolgende Jahre mit positivem EBITDA (für Neuaufnahmen)
Regelmäßige Veröffentlichung von Quartalszahlen und Geschäftsberichten
Gehört nach Marktkapitalisierung zu den 40 größten deutschen Unternehmen

Die Zusammensetzung wird vierteljährlich überprüft: Im März und September findet eine ordentliche Überprüfung statt, im Juni und Dezember wird auf Basis der Fast-Entry- und Fast-Exit-Regeln reagiert. Unternehmen, deren Marktkapitalisierung stark gesunken ist, können auch zwischen den ordentlichen Terminen aus dem Index entfernt werden.

Die Geschichte des DAX

Der DAX wurde am 1. Juli 1988 von der Deutschen Börse eingeführt und startete bei einem Basiswert von 1.000 Punkten (bezogen auf den 31. Dezember 1987). Erfunden wurde er von Frank Mella, damals Redakteur bei der Börsen-Zeitung. Ursprünglich umfasste er nur 30 Unternehmen. Die größte Reform kam im September 2021: Nach dem Wirecard-Skandal, einem der größten deutschen Bilanzskandale, wurde der DAX auf 40 Unternehmen erweitert und die Aufnahmeregeln wurden schärfer. Seitdem müssen Unternehmen nachweislich profitabel sein, um aufgenommen zu werden.

📅 DAX in Zahlen:Gegründet: 1. Juli 1988
Startwert: 1.000 Punkte (Basis: 31. Dezember 1987)
Anzahl Unternehmen: 40 (seit September 2021; davor 30)
Indextyp: Performance-Index (mit Dividenden)
Berechnung: sekundär, während der Börsenhandelszeit
Betreiber: Deutsche Börse AG
Handelsplatz: Frankfurter Wertpapierbörse / Xetra
Rendite seit 1988: rund 2.100 % (ca. 8 % pro Jahr)
Maximalgewichtung je Unternehmen: 15 %

DAX, MDAX, SDAX, TecDAX – was ist der Unterschied?

Der DAX ist nur einer von mehreren deutschen Aktienindizes. Die Deutsche Börse betreibt eine ganze Familie von Indizes:

Index Unternehmen Wer ist drin?
DAX 40 Die 40 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands
MDAX 50 Die nächsten 50 mittleren Unternehmen (Rang 41–90)
SDAX 70 Kleinere Aktiengesellschaften (Rang 91–160)
TecDAX 30 Die 30 relevantesten deutschen Technologieunternehmen

Ein Auf- oder Abstieg zwischen diesen Indizes ist möglich: Ein DAX-Unternehmen, das an Marktkapitalisierung verliert, kann in den MDAX absteigen und ein MDAX-Konzern, der stark wächst, kann in den DAX aufsteigen.

Warum ist der DAX für Anleger wichtig?

Der DAX dient als wichtige Benchmark für Anleger und Fondsmanager. Wer in einen DAX-ETF (Exchange Traded Fund) investiert, bildet automatisch die Entwicklung aller 40 DAX-Unternehmen ab, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. Das ist eine gängige und kostengünstige Möglichkeit, am deutschen Wirtschaftswachstum teilzuhaben.

Wer mehr über Unternehmensstrukturen der DAX-Konzerne erfahren möchte, findet auf branchen-leader.com viele Artikel zu deren Konzernzugehörigkeiten, zum Beispiel Zu wem gehört Skoda?, Zu wem gehört Lamborghini? oder Was passiert bei einer Insolvenz?


Bildquelle: Unsplash / Markus Spiske

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