Wer Nachrichten schaut, hört fast täglich: „der DAX ist heute um 1,5 % gestiegen“. Aber was ist der DAX eigentlich? Und warum gilt er als Barometer für die deutsche Wirtschaft? Dieser Artikel erklärt den Deutschen Aktienindex einfach und verständlich.
DAX steht für Deutscher Aktienindex. Er ist ein sogenannter Auswahlindex, der die Aktien der 40 größten deutschen Aktiengesellschaften zusammenfasst, die an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Vereinfacht gesagt ist der DAX ein Korb aus 40 Aktien und sein Punktestand zeigt an, wie sich der Gesamtwert dieser Unternehmen entwickelt.
Wenn der DAX steigt, bedeutet das: Die Aktien der enthaltenen Unternehmen sind im Schnitt wertvoller geworden. Wenn er fällt, sind die Kurse gesunken. Der DAX ist damit ein wichtiges Stimmungsbarometer, sowohl für den deutschen Aktienmarkt als auch für die wirtschaftliche Lage in Deutschland insgesamt.
Im DAX sind bekannte deutsche Großkonzerne aus verschiedenen Branchen vertreten. Dazu gehören unter anderem Unternehmen wie SAP, Siemens, BMW, Volkswagen, Deutsche Telekom, Allianz, BASF, Bayer, Mercedes-Benz und viele weitere. Die genaue Zusammensetzung ändert sich regelmäßig, dazu später mehr.
| Branche | Beispielunternehmen im DAX |
|---|---|
| Technologie | SAP, Infineon, Deutsche Telekom |
| Automobil | BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen, Porsche |
| Chemie / Pharma | BASF, Bayer, Merck |
| Finanzen / Versicherungen | Allianz, Deutsche Bank, Münchener Rück |
| Industrie | Siemens, Rheinmetall, Airbus |
| Energie | E.ON, RWE |
| Konsum / Handel | Adidas, Henkel, Beiersdorf |
Der DAX wird sekundär berechnet, also buchstäblich sekundär aktualisiert, an Börsentagen von etwa 9 Uhr bis 17:30 Uhr. Die Gewichtung der einzelnen Aktien im Index richtet sich nach der sogenannten Streubesitz-Marktkapitalisierung: Je größer ein Unternehmen und je mehr Aktien frei an der Börse handelbar sind, desto stärker beeinflusst es den DAX-Stand. Ein einzelnes Unternehmen kann maximal mit 15 Prozent gewichtet sein (Kappungsgrenze).
Der DAX ist ein sogenannter Performance-Index. Das bedeutet: Er berücksichtigt nicht nur die Kursänderungen der Aktien, sondern rechnet auch Dividenden mit ein, als wären sie reinvestiert worden. Das ist ein wichtiger Unterschied zum amerikanischen Dow Jones oder dem EURO STOXX 50, die als reine Kursindizes funktionieren.
Die Deutsche Börse AG ist für die Zusammensetzung des DAX verantwortlich. Die Auswahl erfolgt nach klaren, öffentlich zugänglichen Regeln. Ein Unternehmen muss folgende Kriterien erfüllen, um in den DAX aufgenommen zu werden:
Die Zusammensetzung wird vierteljährlich überprüft: Im März und September findet eine ordentliche Überprüfung statt, im Juni und Dezember wird auf Basis der Fast-Entry- und Fast-Exit-Regeln reagiert. Unternehmen, deren Marktkapitalisierung stark gesunken ist, können auch zwischen den ordentlichen Terminen aus dem Index entfernt werden.
Der DAX wurde am 1. Juli 1988 von der Deutschen Börse eingeführt und startete bei einem Basiswert von 1.000 Punkten (bezogen auf den 31. Dezember 1987). Erfunden wurde er von Frank Mella, damals Redakteur bei der Börsen-Zeitung. Ursprünglich umfasste er nur 30 Unternehmen. Die größte Reform kam im September 2021: Nach dem Wirecard-Skandal, einem der größten deutschen Bilanzskandale, wurde der DAX auf 40 Unternehmen erweitert und die Aufnahmeregeln wurden schärfer. Seitdem müssen Unternehmen nachweislich profitabel sein, um aufgenommen zu werden.
Der DAX ist nur einer von mehreren deutschen Aktienindizes. Die Deutsche Börse betreibt eine ganze Familie von Indizes:
| Index | Unternehmen | Wer ist drin? |
|---|---|---|
| DAX | 40 | Die 40 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands |
| MDAX | 50 | Die nächsten 50 mittleren Unternehmen (Rang 41–90) |
| SDAX | 70 | Kleinere Aktiengesellschaften (Rang 91–160) |
| TecDAX | 30 | Die 30 relevantesten deutschen Technologieunternehmen |
Ein Auf- oder Abstieg zwischen diesen Indizes ist möglich: Ein DAX-Unternehmen, das an Marktkapitalisierung verliert, kann in den MDAX absteigen und ein MDAX-Konzern, der stark wächst, kann in den DAX aufsteigen.
Der DAX dient als wichtige Benchmark für Anleger und Fondsmanager. Wer in einen DAX-ETF (Exchange Traded Fund) investiert, bildet automatisch die Entwicklung aller 40 DAX-Unternehmen ab, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. Das ist eine gängige und kostengünstige Möglichkeit, am deutschen Wirtschaftswachstum teilzuhaben.
Wer mehr über Unternehmensstrukturen der DAX-Konzerne erfahren möchte, findet auf branchen-leader.com viele Artikel zu deren Konzernzugehörigkeiten, zum Beispiel Zu wem gehört Skoda?, Zu wem gehört Lamborghini? oder Was passiert bei einer Insolvenz?
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