Zu wem gehört OBI? Der Baumarkt und seine Eigentümer

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  • vor 1 Woche
  • Letztes Update: Apr. 2026

Verfasst von Redaktion (blR)

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OBI ist die bekannteste Baumarktkette Deutschlands – rote Schriftzug, oranger Hase, tausende Produkte rund ums Heimwerken. Doch zu wem gehört OBI eigentlich? Die Antwort führt direkt zur Unternehmensgruppe Tengelmann, einem der ältesten deutschen Familienkonzerne und zu einer der dramatischsten Familiengeschichten der deutschen Wirtschaft.

💡 Das Wichtigste in Kürze: OBI gehört zu 74 Prozent der Unternehmensgruppe Tengelmann, die von der Familie Haub kontrolliert wird. Weitere 26 Prozent hält die Lueg-Gruppe aus Bochum als stiller Minderheitsgesellschafter. Tengelmann ist kein börsennotiertes Unternehmen, sondern ein privates Familienunternehmen in fünfter Generation.

Zu wem gehört OBI? Tengelmann hält 74 Prozent

OBI ist eine Tochtergesellschaft der OBI Group Holding SE & Co. KGaA mit Sitz in Wermelskirchen. Die Mehrheit dieser Holding hält die Unternehmensgruppe Tengelmann mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Genauer gesagt hält Tengelmann rund 74 Prozent der Anteile an OBI – ein Anteil, den der Konzern seit 2007 schrittweise von ursprünglich 63 Prozent ausgebaut hat.

Die verbleibenden 26 Prozent liegen bei der Lueg-Gruppe aus Bochum – einem Automobilhändler, der auf den ersten Blick wenig mit Baumaterialien zu tun hat. Diese Verbindung ist historischer Natur: Klaus Birker, einer der drei OBI Gründer, war Kommanditist der Emil Lux GmbH, und die Beteiligung der Lueg-Gruppe geht auf diese ursprüngliche Gründerstruktur zurück. Lueg agiert als stiller Minderheitsgesellschafter ohne operative Rolle.

Gesellschafter Anteil Rolle
Unternehmensgruppe Tengelmann (Familie Haub) 74 % Mehrheitsgesellschafter, operative Kontrolle
Lueg-Gruppe (Bochum) 26 % Stiller Minderheitsgesellschafter

Was ist die Tengelmann-Gruppe?

Die Unternehmensgruppe Tengelmann wurde 1867 in Mülheim an der Ruhr gegründet und ist heute eines der ältesten deutschen Familienunternehmen in Privatbesitz. Neben OBI gehören zum Tengelmann Portfolio der Textildiscounter KiK, das Non Food Discountnetz TEDi, die Immobiliengesellschaft Trei Real Estate sowie diverse Beteiligungen über die Venture Capital Einheiten Tengelmann Ventures und Tengelmann Growth Partners.

OBI ist dabei mit Abstand das größte und umsatzstärkste Unternehmen im Tengelmann Portfolio. Die Gruppe beschäftigt insgesamt rund 75.000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Gesamtumsatz von über 8 Milliarden Euro.

🏢 OBI in Zahlen (2024/25):Gegründet: 1970 in der Nähe von Hamburg
Hauptsitz: Wermelskirchen (NRW)
Muttterkonzern: Tengelmann-Gruppe (Familie Haub)
Muttergesellschaft-Anteil: 74 %
Märkte gesamt: über 640 in 10 europäischen Ländern
Märkte Deutschland: rund 350 Standorte
Mitarbeiter: rund 40.000
Umsatz (2023, inkl. Franchise): ca. 8,2 Milliarden Euro
CEO OBI: Dr. Sebastian Gundel (seit 2022)

Wer führt OBI? Die Familie Haub und ein Familiendrama

Hinter Tengelmann und damit hinter OBI steht die Familie Haub. Die Unternehmensgruppe wird heute von Christian W. E. Haub als CEO geführt, der seit 2021 auch Mehrheitsgesellschafter ist. Christian Haub übernahm die alleinige Konzernführung unter dramatischen Umständen: Sein Bruder Karl-Erivan Haub, der damalige CEO, verschwand im April 2018 während eines Skiausflugs am Kleinen Matterhorn in der Schweiz spurlos und wurde später für tot erklärt. Der darauf folgende jahrelange Erbstreit zwischen den Familienzweigen wurde erst 2021 beigelegt, als Katrin Haub (Witwe von Karl-Erivan) und ihre Kinder ihre Anteile an Christian Haub verkauften.

OBI selbst wird operativ von Dr. Sebastian Gundel als CEO geführt, der im September 2022 die Nachfolge von Sergio Giroldi antrat.

Wo ist OBI überall vertreten?

OBI ist in zehn europäischen Ländern präsent. Deutschland ist mit rund 350 Standorten der größte Markt. Anfang 2025 übernahm OBI zusätzlich die zehn Schweizer Märkte, die bis dahin vom Migros-Genossenschaftsbund als Franchisepartner betrieben worden waren.

🇪🇺 OBI in Europa (Stand 2025):Deutschland: rund 350 Filialen (größter Markt)
Österreich, Italien, Tschechien, Polen, Slowenien,
Ungarn, Kroatien, Rumänien, Schweiz (seit April 2025)
Gesamt: über 640 Märkte in 10 Ländern

Mehr über ähnliche Konzernzugehörigkeiten im deutschen Einzelhandel findest du in unseren Artikeln zu Zu wem gehört Kaufland? und Zu wem gehört Norma?.

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