Volvo gilt als Inbegriff schwedischer Ingenieurskunst, Sicherheit und Qualität. Doch wem gehört Volvo eigentlich? Die Antwort überrascht viele: Seit 2010 ist der schwedische Premiumhersteller im Besitz des chinesischen Konzerns Geely. Dieser Artikel erklärt die Eigentümerstruktur, die Geschichte der Übernahme und was das für die Marke bedeutet.
Volvo Car AB ist seit 2021 ein börsennotiertes Unternehmen, das an der Stockholmer Börse (Nasdaq Stockholm) gehandelt wird. Der mit Abstand größte Aktionär ist die Geely Sweden Holdings AB, eine Tochtergesellschaft der chinesischen Zhejiang Geely Holding Group.
| Aktionär | Anteil | Anmerkung |
|---|---|---|
| Geely Sweden Holdings AB | ca. 78,7 % | Tochter der chinesischen Geely Holding Group; größter Aktionär |
| Streubesitz (Free Float) | ca. 21,3 % | Institutionelle und private Anleger über Nasdaq Stockholm |
Die Geschichte der Geely-Übernahme beginnt 2008, als Geely-Gründer Li Shufu erstmals Interesse an der damals Ford-gehörenden Marke Volvo äußerte. Ford hatte Volvo 1999 für rund 6,45 Milliarden Dollar erworben, kämpfte aber in der Finanzkrise mit massiven Verlusten.
Im März 2010 unterzeichneten Geely und Ford den Kaufvertrag. Der Kaufpreis: 1,8 Milliarden US-Dollar – ein Bruchteil dessen, was Ford einst bezahlt hatte. Der Deal umfasste neben der Marke Volvo auch alle Werke, Technologien und geistigen Eigentumsrechte.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1927 | Gründung von Volvo in Göteborg durch Assar Gabrielsson und Gustaf Larson |
| 1999 | Ford kauft Volvo Cars für 6,45 Mrd. US-Dollar |
| 2010 | Geely kauft Volvo von Ford für 1,8 Mrd. US-Dollar |
| 2021 | Börsengang von Volvo Car AB an der Stockholmer Börse |
| 2024 | Volvo verkauft seinen Polestar-Anteil von 48 % auf 18 % zurück; Geely wird Haupteigentümer von Polestar |
Die Zhejiang Geely Holding Group ist einer der größten chinesischen Automobilkonzerne. Gegründet 1986 von Li Shufu in der Provinz Zhejiang, begann das Unternehmen als Hersteller von Kühlschrankteilen und Motorrädern, bevor es 1998 den ersten Pkw produzierte. Heute kontrolliert Geely ein umfangreiches Portfolio internationaler Automarken.
Polestar – Elektroauto-Marke, nach Volvo-Ausstieg nun direkt bei Geely
Lotus (seit 2017) – britische Sportwagenmarke
Smart (50 % Joint Venture mit Mercedes-Benz) – Kleinstwagen-Marke
Lynk & Co – Premiummarke für Europa und China
Zeekr – Elektro-Premiummarke, an Nasdaq notiert
Proton (49,9 %) – malaysischer Automobilhersteller
Trotz des chinesischen Eigentümers ist Volvo weiterhin ein schwedisches Unternehmen in dem Sinne, dass Hauptsitz, Design-Studio, wichtige Entwicklungszentren und mehrere Produktionswerke in Schweden angesiedelt sind. Geely hat von Anfang an betont, die Eigenständigkeit der Marke zu bewahren. Li Shufu sprach nach der Übernahme davon, Volvo wie ein Kind aufziehen zu wollen – ohne die Marken–DNA zu verändern.
Die Strategie geht auf: Volvo steigerte seinen Umsatz zuletzt auf rund 35,5 Milliarden Euro und erzielte einen Betriebsgewinn von 2,3 Milliarden Euro. Volvo gilt heute als eine der profitabelsten Marken innerhalb der Geely-Gruppe und plant, ab 2030 ausschließlich Elektroautos zu produzieren.
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Bildquelle: https://unsplash.com/de/fotos/volvo-emblem-AcgvFMlsvds