Was ist eine Aktiengesellschaft (AG)? Einfach erklärt

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  • vor 2 Wochen
  • Letztes Update: Apr. 2026

Verfasst von Redaktion (blR)

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Fast jedes große deutsche Unternehmen firmiert als AG: Volkswagen AG, Siemens AG, Bayer AG, Deutsche Bank AG. Aber was bedeutet das eigentlich? Was ist eine Aktiengesellschaft, wie funktioniert sie, und was unterscheidet sie von einer GmbH? Dieser Artikel erklärt es einfach und verständlich.

💡 Das Wichtigste in Kürze: Eine Aktiengesellschaft (AG) ist eine Kapitalgesellschaft, deren Grundkapital in Aktien aufgeteilt ist. Die Eigentümer der Aktien heißen Aktionäre. Die AG haftet nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen, nicht mit dem Privatvermögen der Aktionäre. Geleitet wird sie von drei Organen: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Das gesetzliche Mindestkapital bei Gründung beträgt 50.000 Euro.

Was ist eine Aktiengesellschaft? Definition und Merkmale

Eine Aktiengesellschaft (kurz: AG) ist eine Kapitalgesellschaft und juristische Person des privaten Rechts. Das bedeutet: Die AG ist selbst Rechtsträgerin, kann Verträge abschließen, klagen und verklagt werden. Die rechtliche Grundlage bildet das Aktiengesetz (AktG).

Das Grundkapital der AG ist in Aktien aufgeteilt. Wer Aktien kauft, wird Aktionär und damit Miteigentümer des Unternehmens. Je mehr Aktien jemand hält, desto mehr Einfluss hat er in der Hauptversammlung. Eine AG kann an der Börse notiert sein, muss es aber nicht.

Merkmal Details
Rechtsform Kapitalgesellschaft, juristische Person
Rechtsgrundlage Aktiengesetz (AktG)
Mindestkapital 50.000 Euro (Grundkapital)
Gesellschafter Aktionäre (Inhaber von Aktien)
Haftung Nur mit Gesellschaftsvermögen, kein Privatvermögen
Organe Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung
Börsenfähigkeit Ja, aber nicht zwingend notiert
Gründer Mindestens eine natürliche oder juristische Person

Die drei Organe einer AG

Eine Aktiengesellschaft wird von drei gesetzlich vorgeschriebenen Gremien geführt und kontrolliert:

🏢 Die drei Organe der AG:1. Vorstand: Führt das Unternehmen operativ und vertritt die AG nach außen. Handelt eigenverantwortlich und weisungsunabhängig. Wird vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen.

2. Aufsichtsrat: Überwacht und berät den Vorstand. Ist bei wichtigen Entscheidungen zustimmungspflichtig. Mitglieder werden von der Hauptversammlung (Aktionärsvertreter) und bei großen Unternehmen auch von Arbeitnehmern gewählt.

3. Hauptversammlung: Die jährliche Versammlung aller Aktionäre. Entscheidet über Gewinnverwendung, Kapitalerhöhungen, Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie andere grundlegende Fragen.

Mehr über die Rolle des Aufsichtsrats findest du in unserem Artikel Was ist ein Aufsichtsrat?

Wie wird eine AG gegründet?

Die Gründung einer AG ist deutlich aufwändiger als die einer GmbH. Sie verläuft in mehreren Schritten:

Schritt Was passiert?
1. Satzung erstellen Gesellschaftsvertrag wird notariell beurkundet; enthält Name, Sitz, Gegenstand, Kapital, Aktienarten
2. Aktien übernehmen Gründer übernehmen die Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen
3. Organe bestellen Aufsichtsrat wird bestellt, dieser bestellt den Vorstand
4. Grundkapital einzahlen Mindestens 25 % (12.500 Euro) müssen bei Gründung eingezahlt sein
5. Gründungsprüfung Vorstand, Aufsichtsrat und ggf. externer Prüfer prüfen die Gründung
6. Handelsregistereintragung Erst mit Eintragung beim Amtsgericht entsteht die AG als juristische Person

Haftung bei der AG

Die Haftung ist eines der wichtigsten Merkmale der Aktiengesellschaft: Die AG haftet ihren Gläubigern gegenüber ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen. Das Privatvermögen der Aktionäre ist geschützt. Im schlimmsten Fall verliert ein Aktionär nur den Wert seiner investierten Aktien, mehr nicht.

Wichtig: Vor der Eintragung ins Handelsregister haften die Gründer der Vor-AG noch persönlich. Erst mit dem Handelsregistereintrag geht die Haftung vollständig auf die AG über.

AG vs. GmbH: Was ist der Unterschied?

Beide sind Kapitalgesellschaften mit Haftungsbeschränkung. Die Unterschiede liegen im Detail:

Merkmal AG GmbH
Mindestkapital 50.000 Euro 25.000 Euro
Anteile Aktien (frei übertragbar) GmbH-Anteile (eingeschränkt übertragbar)
Börsengang Möglich Nicht möglich
Pflicht-Aufsichtsrat Immer Pflicht Nur ab 500 Mitarbeiter
Gründungsaufwand Hoch (Notar, Prüfung) Geringer
Veröffentlichungspflichten Umfangreich Geringer
Flexibilität Gering (zwigendes Recht) Höher
📅 Wann ist eine AG sinnvoll?Die AG ist vor allem für folgende Situationen geeignet:

Große Kapitalmengen müssen beschafft werden
Ein Börsengang ist geplant oder möglich
Viele Investoren sollen beteiligt werden
Das Unternehmen soll unabhängig von einzelnen Persönlichkeiten bestehen
Hohe Reputation und Transparenz sind gewünscht

Bekannte deutsche Aktiengesellschaften sind unter anderem BMW AG, Mercedes-Benz Group AG und Deutsche Telekom AG. Viele davon sind im DAX gelistet, dem deutschen Leitindex für Aktiengesellschaften.


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