McDonald’s, OBI, Subway, REMAX, Schülerhilfe – was haben diese sehr unterschiedlichen Unternehmen gemeinsam? Sie alle basieren auf dem Prinzip des Franchisings. Aber was ist Franchising eigentlich, wie funktioniert es, und was bedeutet das für Franchisegeber und Franchisenehmer? Dieser Artikel erklärt es einfach und verständlich.
Der Begriff Franchise stammt aus dem Französischen und bedeutete ursprünglich „Freiheit“ oder „Privileg“. In der modernen Wirtschaft beschreibt Franchising eine Kooperationsform zwischen zwei rechtlich selbständigen Unternehmen:
Der Franchisegeber hat ein erfolgreiches Geschäftskonzept entwickelt, getestet und marktreif gemacht. Er gibt dieses Konzept gegen eine Gebühr an Franchisenehmer weiter, die das Modell eigenverantwortlich an ihrem Standort umsetzen – unter der Marke und nach den Vorgaben des Franchisegebers.
| Franchisegeber | Franchisenehmer | |
|---|---|---|
| Rolle | Konzeptentwickler und Markeninhaber | Selbständiger Unternehmer vor Ort |
| Gibt | Marke, Know-how, Schulungen, Support | Kapital, Arbeitskraft, lokales Engagement |
| Erhält | Eintritts- und laufende Gebühren | Nutzungsrecht, Marke, System, Unterstützung |
| Haftung | Für die Marke und das Gesamtkonzept | Für seinen eigenen Betrieb |
| Rechtsstatus | Rechtlich selbständig | Rechtlich selbständig |
Ein Franchisesystem folgt einem klaren Schema:
2. Franchisevertrag: Alle Rechte und Pflichten beider Parteien werden schriftlich vereinbart. Dauer, Gebühren und Standards sind klar geregelt.
3. Eintritt und Schulung: Der Franchisenehmer zahlt eine Eintrittsgebühr und nimmt an Schulungen teil, um das System kennenzulernen.
4. Standortstart: Häufig unterstützt der Franchisegeber bei Standortwahl, Einrichtung und Ersteröffnung.
5. Laufender Betrieb: Der Franchisenehmer führt seinen Betrieb eigenverantwortlich, zahlt laufende Gebühren und hält die Vorgaben des Systems ein.
6. Kontinuierliche Zusammenarbeit: Regelmäßige Schulungen, Qualitätsprüfungen und Erfahrungsaustausch sichern die Einheitlichkeit der Marke.
Franchising begegnet uns im Alltag äußerst häufig. Bekannte Beispiele aus Deutschland und der Welt:
| Unternehmen | Branche | Besonderheit |
|---|---|---|
| McDonald’s | Gastronomie | 94 % der über 1.440 deutschen Restaurants sind Franchise-Betriebe |
| OBI | Baumarkt | Eines der ersten Franchise-Systeme in Deutschland (ab 1970) |
| Subway | Gastronomie | Weltweit über 37.000 Franchisebetriebe |
| Schülerhilfe | Nachhilfe | Ca. 1.000 Standorte, seit 1974 als Franchise |
| Engel & Völkers | Immobilien | Dienstleistungsfranchise im Immobilienmarkt |
In Deutschland sind laut Deutschem Franchiseverband rund 1.000 Franchisesysteme mit insgesamt etwa 128.000 Franchisepartnern aktiv. Der Gesamtumsatz liegt im dreistelligen Milliardenbereich.
Wer als Franchisenehmer einsteigen möchte, muss mit verschiedenen Kostenpositionen rechnen:
| Vorteile | Nachteile | |
|---|---|---|
| Franchisenehmer | Erprobtes Geschäftsmodell, bekannte Marke, Unterstützung, geringeres Gründungsrisiko | Eingeschränkte Selbständigkeit, laufende Gebühren, Abhängigkeit vom Franchisegeber |
| Franchisegeber | Schnelle Expansion mit geringerem Kapitalrisiko, motivierte Partner | Aufwand für Qualitätssicherung, Auswahl und Betreuung der Partner |
Mehr zu den Unternehmensstrukturen hinter bekannten Marken findest du auf branchen-leader.com, zum Beispiel Zu wem gehört OBI? oder Was ist eine Aktiengesellschaft?.
Bildquelle: Canva
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