Was ist Franchising? Einfach erklärt mit Beispielen

  • Ratgeber
  • vor 3 Wochen
  • Letztes Update: Apr. 2026

Verfasst von Redaktion (blR)

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McDonald’s, OBI, Subway, REMAX, Schülerhilfe – was haben diese sehr unterschiedlichen Unternehmen gemeinsam? Sie alle basieren auf dem Prinzip des Franchisings. Aber was ist Franchising eigentlich, wie funktioniert es, und was bedeutet das für Franchisegeber und Franchisenehmer? Dieser Artikel erklärt es einfach und verständlich.

💡 Das Wichtigste in Kürze: Franchising ist ein partnerschaftliches Vertriebssystem, bei dem ein Unternehmen (der Franchisegeber) sein erprobtes Geschäftskonzept, seine Marke und sein Know-how gegen Gebühren an selbständige Partner (die Franchisenehmer) weitergibt. Beide Seiten bleiben rechtlich selbständig. Der Franchisenehmer profitiert von einem funktionierenden Modell, der Franchisegeber expandiert mit geringerem Kapitalrisiko.

Was ist Franchising? Die einfache Definition

Der Begriff Franchise stammt aus dem Französischen und bedeutete ursprünglich „Freiheit“ oder „Privileg“. In der modernen Wirtschaft beschreibt Franchising eine Kooperationsform zwischen zwei rechtlich selbständigen Unternehmen:

Der Franchisegeber hat ein erfolgreiches Geschäftskonzept entwickelt, getestet und marktreif gemacht. Er gibt dieses Konzept gegen eine Gebühr an Franchisenehmer weiter, die das Modell eigenverantwortlich an ihrem Standort umsetzen – unter der Marke und nach den Vorgaben des Franchisegebers.

Franchisegeber Franchisenehmer
Rolle Konzeptentwickler und Markeninhaber Selbständiger Unternehmer vor Ort
Gibt Marke, Know-how, Schulungen, Support Kapital, Arbeitskraft, lokales Engagement
Erhält Eintritts- und laufende Gebühren Nutzungsrecht, Marke, System, Unterstützung
Haftung Für die Marke und das Gesamtkonzept Für seinen eigenen Betrieb
Rechtsstatus Rechtlich selbständig Rechtlich selbständig

Wie funktioniert Franchising? Der typische Ablauf

Ein Franchisesystem folgt einem klaren Schema:

🔄 So funktioniert Franchising Schritt für Schritt:1. Erprobtes Konzept: Der Franchisegeber entwickelt und testet sein Geschäftsmodell in eigenen Pilotbetrieben, bis es stabil und übertragbar ist.

2. Franchisevertrag: Alle Rechte und Pflichten beider Parteien werden schriftlich vereinbart. Dauer, Gebühren und Standards sind klar geregelt.

3. Eintritt und Schulung: Der Franchisenehmer zahlt eine Eintrittsgebühr und nimmt an Schulungen teil, um das System kennenzulernen.

4. Standortstart: Häufig unterstützt der Franchisegeber bei Standortwahl, Einrichtung und Ersteröffnung.

5. Laufender Betrieb: Der Franchisenehmer führt seinen Betrieb eigenverantwortlich, zahlt laufende Gebühren und hält die Vorgaben des Systems ein.

6. Kontinuierliche Zusammenarbeit: Regelmäßige Schulungen, Qualitätsprüfungen und Erfahrungsaustausch sichern die Einheitlichkeit der Marke.

Bekannte Franchising-Beispiele in Deutschland

Franchising begegnet uns im Alltag äußerst häufig. Bekannte Beispiele aus Deutschland und der Welt:

Unternehmen Branche Besonderheit
McDonald’s Gastronomie 94 % der über 1.440 deutschen Restaurants sind Franchise-Betriebe
OBI Baumarkt Eines der ersten Franchise-Systeme in Deutschland (ab 1970)
Subway Gastronomie Weltweit über 37.000 Franchisebetriebe
Schülerhilfe Nachhilfe Ca. 1.000 Standorte, seit 1974 als Franchise
Engel & Völkers Immobilien Dienstleistungsfranchise im Immobilienmarkt

In Deutschland sind laut Deutschem Franchiseverband rund 1.000 Franchisesysteme mit insgesamt etwa 128.000 Franchisepartnern aktiv. Der Gesamtumsatz liegt im dreistelligen Milliardenbereich.

Was kostet Franchising? Die Gebührenstruktur

Wer als Franchisenehmer einsteigen möchte, muss mit verschiedenen Kostenpositionen rechnen:

💰 Typische Kosten für Franchisenehmer:Eintrittsgebühr: Einmalige Zahlung für die Konzession (ca. 2.000 bis 100.000 Euro je nach System)
Laufende Lizenzgebühr: Monatlicher Anteil vom Umsatz (typisch 3 bis 15 %)
Werbegebühr: Beitrag zum zentralen Marketing (ca. 1 bis 3 % vom Umsatz)
Investitionskosten: Ausstattung, Einrichtung, Technik, Startware (sehr unterschiedlich)
Eigenkapital: Je nach System ist eine Mindestquote erforderlich

Vor- und Nachteile des Franchisings

Vorteile Nachteile
Franchisenehmer Erprobtes Geschäftsmodell, bekannte Marke, Unterstützung, geringeres Gründungsrisiko Eingeschränkte Selbständigkeit, laufende Gebühren, Abhängigkeit vom Franchisegeber
Franchisegeber Schnelle Expansion mit geringerem Kapitalrisiko, motivierte Partner Aufwand für Qualitätssicherung, Auswahl und Betreuung der Partner

Mehr zu den Unternehmensstrukturen hinter bekannten Marken findest du auf branchen-leader.com,  zum Beispiel Zu wem gehört OBI? oder Was ist eine Aktiengesellschaft?.


Bildquelle: Canva

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